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für NDR 1 SH: Kommentar: „Maßnahmenpaket – Besser als Fahrverbote!“

Ein Kommentar von Christian Nagel für NDR Schleswig-Holstein | Die Stadt Kiel hat ein Problem mit der Luft. An einer wichtigen Verkehrsachse werden die erlaubten Stickoxid-Emissionen deutlich überschritten. Das Bundesverwaltungsgericht hat Diesel-Fahrverbote für bessere Luft in Städten für grundsätzlich zulässig erklärt. Kiel will ein solches Verbot vermeiden. Dazu plant die Stadt an einer Straße Tempolimits und ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge auf einer Spur. Lkw sollen umgeleitet werden. Die geplanten Maßnahmen seien besser und verhältnismäßiger als weitreichende Fahrverbote, so Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Das sei an Skurrilität nicht zu überbieten, findet dagegen Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe. Christian Nagel kommentiert:

„Egal was sich Oberbürgermeister Kämpfer da mit den Experten ausgedacht hat: Es ist immer noch besser als Fahrverbote. Nicht auszudenken, wenn das Gebiet rund um die Luftmessstation am Theodor-Heuss-Ring tatsächlich für den Diesel-Verkehr gesperrt werden würde. Immerhin ist das ein wichtiger Knotenpunkt in Kiel – und gerade deshalb besonders stark belastet.

Da kann man dann als Diesel-Fahrer auch mal für ein paar hundert Meter die Spur wechseln und mit besonders großem seitlichen Abstand die Messstation passieren. Ob das nun sinnvoll erscheinen mag oder nicht: Es ist immer noch besser als Fahrverbote. Denn dann müsste man einen längeren Umweg durch die Innenstadt in Kauf nehmen.

Obwohl: Die Umwege sind auch nach dem Kieler Konzept nicht ganz ausgeschlossen. Denn auch einige Aus- und Abfahrten des Theodor-Heuss-Rings könnten gesperrt werden. Zum Beispiel am Waldwiesenkreisel. Aber: Immer noch besser als Fahrverbote.

Und auch etwas langsamer fahren kann gerade am Unfallschwerpunkt Theodor-Heuss-Ring nicht schaden. Das spart Sprit – und es ist – Sie ahnen es: Immer noch besser als Fahrverbote.“