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für ndr.de: Landespolizei testet den Einsatz von Drohnen

Christian Nagel für ndr.de | Bei der Suche nach Vermissten oder Straftätern oder für einen schnellen Überblick auf einen Tatort – auch in die Polizei in Schleswig-Holstein setzt seit einigen Jahren Drohnen ein. Bisher waren die Beamten dafür jedoch auf externe Hilfe angewiesen. Private Unternehmen haben die Drohnenflüge für die Polizei übernommen. Das soll sich jetzt ändern. Acht Beamte der Landespolizei sind zu Anfang des Jahres zu Drohnen-Piloten ausgebildet worden, seit einigen Wochen trainieren sie an der Polizeischule in Eutin den Einsatz der Fluggeräte im Rahmen eines mehrmonatigen Testlaufes. „Wir haben als Landespolizei in Schleswig-Holstein keine eigenen Hubschrauber. Und Drohnen sind ja ein ähnliches, vergleichbares, wenn auch nicht gleiches Einsatzmittel“, sagt Torge Stelck von der Landespolizei Schleswig-Holstein.

Wärmebildkamera ermöglicht auch Flüge bei Dunkelheit

Zwei unbemannte Luftfahrtsysteme – so heißen die Drohnen im Beamten-Polizei-Deutsch – hat die Landespolizei dafür gekauft. Eine kleine Drohne für Übungsflüge und eine größere, die neben einer hochauflösenden Kamera auch mit einer professionellen Wärmebildkamera ausgestattet ist. „Sie ermöglicht den Einsatz auch bei Dunkelheit und erleichtert die Personensuche“, sagt Stelck. An der Polizeischule Eutin prüfen die Piloten, bei welchen Einsatzszenarien die Drohnen zukünftig zum Einsatz kommen könnten. Neben der Personensuche geht es auch um Video-Dokumentation von Einsätzen und um Lageerkundungen. Das alles wird an der Polizeischule geübt und ausprobiert.

Je zwei Beamte bedienen eine Drohne

Für den Flug der Polizei-Drohne sind zwei Beamte erforderlich. Beide haben eine Drohnen-Flug-Ausbildung absolviert und teilen sich die Arbeit. Einer steuert die Drohne, ein zweiter bedient die Kamerasysteme und wertet die Bilder aus. Während des Fluges können die beiden ihre Aufgaben problemlos tauschen. Bei größeren Suchaktionen kann sogar ein dritter Beamter dazukommen, der die Kommunikation mit anderen Einsatzkräften, zum Beispiel dem Rettungsdienst, übernimmt.

Datenschützer und Luftsicherheitsbehörde begleiten den Test

Der Test wird vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz und der Luftsicherheitsbehörde begleitet. Denn an die strengen Regeln für Drohnenflüge, die für Privatleute gelten, muss sich auch die Polizei halten. „Ausnahmen gibt es nur im Notfall, wie bei einer Blaulichtfahrt mit dem Streifenwagen“, erläutert Stelck. Tabu sind aber in jedem Fall Kontrollflüge bei Demonstrationen.