ndr.de: Ende einer Allee


Eine Baumallee im Kreis PlönLandwirt Burkhardt Großterlinde fällt es schwer, sich die Baumfällarbeiten des Forstbetriebs in seiner Allee anzusehen. Knapp 110 Jahre sind die 50 Rosskastanien auf seinem Scheelshof bei Vierhusen in Belau (Kreis Plön) alt, sagt der 79-Jährige. Doch die Bäume sind morsch und von Baumpilzen befallen. Das Holz ist brüchig und weich. „Das wird jetzt zu gefährlich, wenn man da durchfährt. Dann können Äste herunterfallen“, sagt Großterlinde. Schweren Herzens hat er eine Fachfirma beauftragt, alle Bäume der Allee zu fällen. Zuvor musste noch die unterste Naturschutzbehörde des Kreises Plön ihr Einverständnis geben. Denn Alleen stehen unter besonderem Schutz. So steht es im Landesnaturschutzgesetz.

Gammeliges Holz

Vor ihrer Erlaubnis zum Fällen hatten sich Experten des Kreises selbst ein Bild vom Zustand der Bäume gemacht, sagt Landwirt Großterlinde. Aber sie hätten sehr schnell erkannt, dass alle Bäume erkrankt sind und eine Gefahr darstellen. Unter der Auflage, die Allee wieder aufzuforsten, darf Eigentümer Großterlinde seine Bäume nun fällen lassen. Schon beim ersten frisch gefällten Baum fällt auf, dass er von innen hohl zu sein scheint. Schwarzes gammeliges Holz kommt zum Vorschein. Klitschnass. Das sind Problem-Bäume, sagt Forstarbeiter Nils Mibach. „Innen sind die Stämme weich und voller Wasser. Das ist beim Fällen sehr gefährlich.“ Damit die Stämme beim Sägen nicht unkontrolliert wegbrechen, werden sie von einem Bagger am oberen Ende gehalten. Die Baumaschine ist mit einem speziellen Greifer ausgestattet. Baggerführer Nico Gebhardt kann mit den scharfen Elementen die oberen Teile des Baumes einfach durchtrennen. Das Holz ist dafür weich genug.

Bäume zu Holzschnitzeln verarbeitet

Enkelkind Leon wird den Hof in knapp sechs Jahren übernehmen, sagt sein Großvater. Der 17 Jahre alte Leon und sein 14-jähriger Bruder Florian kennen die Zufahrt zum Hof nur durch die Allee. Dass das in ein paar Tagen alles anders aussehen wird, berührt auch sie. Mit dem Fotohandy wird hier und da noch schnell ein Bild gemacht, bevor der letzte Baum gefallen ist. Das Holz überlässt der Landwirt dem Forstunternehmer. Der will alles zu Holzschnitzeln zerkleinern und dann vermutlich weiterverkaufen.

Bis Ende der Woche wollen die Forstarbeiter Misbach und Gebhardt mit ihrer Arbeit fertig sein. Dann sind alle Bäume der Allee gefällt. Doch schon wenig später werden neue Bäume gepflanzt. Ahorn, sagt Großterlinde. Stammumfang 14 Zentimeter, Stammhöhe mindestens zwei Meter. Damit den jungen Bäumen nichts passiert, werden sie die ersten Jahre eingezäunt. Sicher wieder schön anzusehen.

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