ndr.de: NOK-Düker in Kiel


Blick in den Dükel unter dem Nord-Ostseekanal bei Kiel

Zufriedene Gesichter bei den Machern des neuen Versorgungstunnels an der Kanalschleuse Kiel-Holtenau. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt Georg Lindner, Leiter des Düker-Projekts. Seit August 2014 wird an dem neuen Tunnel unter der Schleusenanlage des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel-Holtenau gebaut. Nachdem Start- und Zielschacht des Dükers fertiggestellt waren, hat eine Spezialfirma mit den eigentlichen Arbeiten am Tunnel begonnen. Der Tunnel wird 407 Meter lang, 1,80 Meter breit – und er liegt in 30 Metern Tiefe. Wer hier arbeitet, muss schwindelfrei sein.

Alte Düker 100 Jahre alt

Der Rohbau ist fast fertig. Ende 2016 sollen die Bauarbeiten ganz abgeschlossen sein. Das Bauwerk soll die drei alten Tunnel unter den Schleusen ersetzen. Sie sind zum Teil mehr als 100 Jahre alt und stammen noch aus der Kaiserzeit, als der Nord-Ostsee-Kanal gebaut wurde. „Die alten Düker entsprechen schon lange nicht mehr den heutigen Anforderungen“, sagt Experte Lindner. Ein Düker ist ein Versorgungstunnel, durch den zum Beispiel Abwasserrohre und Datenkabel führen. Auch in dem Düker unter dem NOK werden Frisch- und Abwasserrohre, Strom- und Heizungsleitungen sowie Datenkabel für Telefon, Internet und Schleusentechnik verlegt. Zurzeit sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, die letzten Arbeiten am Rohbau durchzuführen. Dazu gehört auch ein senkrechtes Verbindungsrohr, das vom Tunnel nach oben auf die Schleuseninsel führt.

Eiskaltes Unterfangen

Die Bohrarbeiten stellten die Arbeiter vor besondere Herausforderungen, denn im Schleusenbereich drückt das Grundwasser mit einen Druck von knapp drei Bar. „Damit beim Bohren kein Wasser in den Tunnel dringt, haben wir den Bereich mit einem speziellen Verfahren einfach eingefroren“, erläutert der Projektleiter, Lindner. Die Bauarbeiter konnten dann einfach durch den gefrorenen Boden bohren – so konnte kein Wasser in den Tunnel eindringen.

Hälfte des Dükers bleibt frei

Sind die Arbeiten für den Anschluss abgeschlossen, müssen zahlreiche Leerrohre verlegt werden, durch die dann die benötigten Versorgungsleitungen geschoben werden. „Etwa die Hälfte des Dükers ist belegt. Der Rest bleibt als Reserve für den Fall, dass mal zusätzliche Leitungen zwischen Nord- und Südseite des Kanals in Kiel benötigt werden“, sagt Lindner. „Wer weiß, was nochmal an technischen Veränderungen kommt“. Wenn der Düker fertig ist, wird von alldem nicht mehr viel zu sehen sein. Start- und Zielschacht erhalten jeweils noch ein einfaches Treppenhaus und einen Betondeckel mit Luke, damit man im Notfall nochmal nach dem Rechten schauen kann. Ende nächsten Jahres wird man dann vom Tunnel nichts mehr sehen können.

http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Kanal-Tunnel-in-Kiel-Halbzeit-unter-Tage-,duekertunnel100.html