ndr.de: Jagd auf Langfinger


Aparatur des LKA zur Fingerabdruckerkennung

Für Kriminelle könnten härtere Zeiten anbrechen: Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein hat eine neue Methode für die Verarbeitung von Fingerabdrücken erforscht. LKA-Wissenschaftler Norbert Buchholz hatte die Idee zu der Technik, mit der sich nun auch Fingerabdrücke auswerten lassen, die schon Wochen alt oder nur sehr schwach auf einer Oberfläche sind. Diese sind mit den vorhandenen Techniken nicht zu verwenden.

Das Nichts im Fingerabdruck nutzen

„Es ist die exponierte Verstärkung des Nichts“, sagt Buchholz stolz. Denn er konzentriert sich bei seiner Methode nicht auf die Rückstände, die vom Finger auf einer Oberfläche zurückgeblieben sind, also bestimmte Fette und Säuren. Ihm geht es um die Rillen zwischen den so genannten Papillarleisten. Das sind die charakteristischen Linien in der Haut, die einem Fingerabdruck sein einmaliges Muster geben.

„Nie da gewesene Qualität“

Mit einem patentierten Verfahren lässt Buchholz Goldpartikel in einem Spezialgerät, dem so genannten Sputter-Coater, in einem speziellen Gas zerstäuben. Dort, wo die Papillarleisten Fette und Säuren hinterlassen haben, versinken die Partikel und es entsteht quasi ein Negativ des Fingerabdrucks. In einem weiteren Arbeitsschritt wird daraus ein deutliches Abbild. „Und zwar in niemals da gewesener Qualität“, sagt Buchholz.

Methode wird noch getestet

Einziger Nachteil: Das Objekt mit dem Fingerabdruck darf nicht zu groß sein, die Glasröhre am Spezialgerät hat nur einen Durchmesser von zwölf Zentimetern. Wann die neue Methode zum ersten Mal bei einer echten Straftat verwendet wird, ist noch offen. Sie ist in der Testphase und noch nicht zugelassen. Anfragen vom Bundeskriminalamt oder gar ausländischen Ermittlungsbehörden hat Buchholz noch nicht. Er will aber Ende des Jahres auf einer Fachmesse für die neue Technik werben.