ndr.de: Sand für den Strand


Baggerarbeiten im Hafen von Eckernförde. der Sand vom Marinehafen Aschau wird auf Schuten in die Küstenstadt angeliefert.

Eckernförde tut was für den Hochwasserschutz. „Als Küstenstadt sind wir immer wieder von Hochwasser bedroht“, meint Axel Sperber vom Tiefbauamt. Die vergangene Sturmflut und das Hochwasser Anfang des Jahres hätten gezeigt, dass schon bei 1,70 Meter über normal Wasser in die Stadt gelangen und Schäden entstehen können. Deshalb soll die Promenade zwischen dem Ostsee Info-Center und der Nixe, einer Bronzefigur im südlichen Strandabschnitt, mit zusätzlichem Sand geschützt werden. „Das soll eine Art Puffer werden, wie beim Auto eine Knautschzone“, erläutert Sperber. Die Kosten übernimmt die Stadt Eckernförde selbst.

Sand kommt aus Marinehafen Aschau

„Und wir haben Glück“, so Sperber weiter. Denn nicht weit von Eckernförde entfernt, in Aschau (Kreis Rendsburg-Eckernförde), ist der Sand übrig. Dort wird die Hafeneinfahrt eines kleinen Marinehafens mit Baggern vertieft. „Wir bekommen den Sand deshalb kostenlos und müssen nur den Transport übernehmen“, erklärt Sperber. Schuten bringen den ausgebaggerten Sand von Aschau direkt in den Eckernförder Hafen. Dort wird er dann von einem Bagger auf spezielle Transportfahrzeuge verladen. „Die Traktoren und die Anhänger haben besonders große und breite Reifen und sinken am Strand nicht ein. Eigentlich sind die Fahrzeuge für die Landwirtschaft gedacht“, sagt Sperber.

Erste Lieferung war qualitativ nicht gut

Eckernförde tut was für den Hochwasserschutz: Die Promenade der Fördestadt soll mit zusätzlichem Sand geschützt werden. Ein Auto habe ja auch eine Knautschzone, heißt es beim Tiefbauamt.

Die Transporter bringen den Sand dann zur Abladestelle an den Strand, wo er abgekippt und dann von einer Raupe verteilt und befestigt wird. Eigentlich habe man schon am Montag mit der Arbeit am Strand beginnen wollen, so Sperber. „Doch die erste Schute voll Sand, die uns geliefert wurde, hatte zu viele organische Stoffe. Die Qualität war uns einfach nicht gut genug. Der Sand wurde in der Ostsee in der Nähe von Damp wieder verklappt“, erläutert Sperber.

„Giftige Stoffe wird es nicht geben“

Inzwischen ist die Qualität des Sandes aus Aschau laut Tiefbauamt deutlich besser geworden. „Auch wenn er noch immer etwas gammelig riecht und noch dunkel aussieht – das wäscht sich alles aus, bis sich die ersten Besucher an den Strand legen wollen“, ist sich Sperber sicher. „Giftige Stoffe wie zum Beispiel Schwermetalle wird es durch den neuen Sand am Strand nicht geben“, versichert Sperber. Alles sei untersucht worden.

4.000 Kubikmeter in zwei Wochen

9.000 Quadtratmeter groß ist der Strandabschnitt, der mit dem Aschauer Hafen-Sand verstärkt werden soll. Dort sollen laut Eckernförder Tiefbauamt 4.000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet werden. „Die vollgefüllte Schute kommt morgens mit 400 Kubikmetern Sand im Hafen an. Zusätzlich haben wir noch ein Baggerschiff, dass nochmal 100 Kubikmeter Sand transportieren kann“, erläutert Sperber. Er geht davon aus, dass die Arbeiten in gut zwei Wochen fertig sind. Die Kosten für Transport und Logistik schätzt Sperber auf circa 40.000 Euro.

http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Sandige-Knautschzone-fuer-Eckernfoerdes-Kueste,sandstrand100.html