ndr.de: Orkantief „Christian“


Förster Thomas Kahn kontrolliert im Wald die Schänden nach dem Orkantief "Christian"

„So einen Sturm habe ich in meinem Revier noch nicht erlebt – und ich bin schon 30 Jahre hier“, sagt Thomas Kahn, Leiter der Försterei Hütten im Kreis Rendsburg-Eckernförde, und schüttelt dabei den Kopf. Auch in seinem Zuständigkeitsbereich hinterließ das Orkantief „Christian“ ein Chaos. „Direkt neben unserem Forsthaus sind einige Bäume umgeknickt. Zum Glück haben sie dabei nicht das Haus beschädigt. Aber unser Fliederbusch ist leider hinüber“, berichtet Kahn. Er selbst hatte den Sturm vom Fenster des Forsthauses aus beobachtet. „Während eines solchen Unwetters vor die Tür zu gehen, ist lebensgefährlich“, meint er. Doch gereizt hätte es ihn schon, mal kurz zu schauen, gesteht er.

Leute hoffen auf Feuerholz

Wie groß die Waldschäden in seinem Revier sind, kann Förster Kahn nur schätzen. Denn noch konnte er nicht alle Waldwege abfahren, um sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen. Große Äste und umgestürzte Bäume behindern teilweise die Wege. Kahn geht davon aus, dass der Sturm knapp 10.000 Festmeter Holz umgerissen hat.

„In den kommenden Tagen beginnen wir damit, die Waldwege freizuräumen“, so der Förster. Noch stehen ihm keine Waldarbeiter zur Verfügung. „Die sind zurzeit damit beschäftigt, die umgeknickten Bäume und Sträucher an den Land- und Bundesstraßen in der Umgebung zu beseitigen.“ Aber er hat schon zahlreiche Anrufe von Menschen erhalten, die ihm dabei helfen wollen, die Sturmschäden im Wald wegzuräumen. „Das waren alles Leute, die auf Feuerholz hoffen“, amüsiert er sich. Doch noch kann Kahn einen „Wald-Reinigungs-Einsatz“ nicht koordinieren – ihm fehlt der Überblick.

Akute Gefahr für Waldbesucher

Weil angeknackste Äste und Bäume jederzeit umstürzen oder herabfallen können, müssen Waldbesucher vorerst draußen bleiben. In den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde ist das Betreten der Wälder bis auf Weiteres verboten. „Da besteht Lebensgefahr“, sagt Förster Kahn. Kontrollieren könne er das Verbot nicht, aber er appelliere an die Vernunft der Menschen. Die Wege sollen schnellstmöglich geräumt werden. Bis der Wald überall gefahrlos betreten werden kann, dauert es aber noch. „Erst nach dem Winter werden alle Gefahren beseitigt sein“, meint er.

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