ndr.de: Schwebefähre muss ab


Rendsburger Schwebefähre nach der Kollision mit einem Frachter

Mehr als zwei Monate nach der Kollision mit dem Frachter „Evert Prahm“ soll die Rendsburger Schwebefähre in den kommenden Tagen komplett abgebaut werden. Anschließend wollen Experten die historische Fähre genau untersuchen. Denn noch immer ist unklar, wie stark sie bei dem Unfall Anfang Januar beschädigt wurde. Heute bereiteten die Fachleute die Demontage vor. „In den vergangenen Wochen hatten wir nur beschränkten Zugriff auf die Schwebefähre“, sagte Matthias Visser vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord. Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte die Fähre vorübergehend beschlagnahmt und abgesperrt. „Ein Gutachter hat die Fähre besichtigt. Erst danach wurde die Fähre wieder freigegeben.“

Auftrag ging an Firma aus Nortorf

Den Zuschlag für die Demontage der historischen Fähre hat eine Stahlbaufirma aus Nortorf erhalten. Für Firmenchef Ralf Rohwer und sein Team ist der Abbau der Schwebefähre kein alltägliches Projekt. „Wir gehen aber davon aus, dass alles reibungslos klappt. Nur das Wetter muss mitspielen“, sagte Rohwer. Er gehörte am Tag des Unfalls zu den Arbeitern, die die Schwebefähre mit Muskelkraft von der Mitte des Kanals ans südliche Ufer zogen.

Ponton bringt Fähre zum Bauhof

Der Plan für die Demontage sieht so aus: Zunächst soll ein Ponton unter der Fähre platziert werden, um sie etwas anzuheben. Dadurch werden die Tragseile entlastet, an denen die Schwebefähre unter der Brücke hängt. Sobald die Seile abgeschraubt sind und der Fährkörper freiliegt, soll er auf dem Ponton zum Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes gebracht werden. „In der Nacht zum Mittwoch kommt ein Autokran“, sagte Visser. Mit seiner Hilfe sollen erste Teile vom sogenannten Oberwagen abmontiert werden, der sich ganz oben im Brückenbereich befindet.

Reparatur oder Neubau?

Die Arbeiten in mehr als 40 Metern Höhe müssen immer wieder unterbrochen werden, weil der Bahnverkehr auf der Brücke nicht beeinträchtigt werden soll. „Ein Sicherheitsmann von der Bahn steht oben auf der Brücke und gibt uns Bescheid, wann ein Zug kommt und wir die Arbeit unterbrechen müssen“, sagte Rohwer. Mit Hilfe eines zweiten Krans wollen die Experten in der kommenden Woche den Rest des Oberwagens abbauen. Auch er soll später zum Bauhof gebracht werden. Dort wollen Experten den Schaden an der Schwebefähre genau überprüfen. Ob die Fähre wieder repariert werden kann oder ob eine neue gebaut werden muss, ist noch unklar. Sicher ist nur: Die Rendsburger Schwebefähre soll so schnell wie möglich wieder fahren.

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