ndr.de: Holstengalerie eröffnet


Eröffnung der Holstengalerie Neumünster

Schon um kurz nach sieben Uhr stehen die ersten Kunden des neuen Einkaufszentrums am Donnerstagmorgen vor der gläsernen Tür am Haupteingang. Sie wollen die offizielle Eröffnung nicht verpassen – und vor allem zu den Ersten gehören, die die neue Holsten-Galerie von innen sehen können. Um kurz nach acht Uhr ist es dann soweit. Nach mehr als einem Jahr Bauzeit durchschneiden Neumünsters Oberbürgermeister Olaf Tauras (parteilos) und Center Manager Christian Langsdorff ein goldfarbenes Band und die Holsten Galerie Neumünster ist eröffnet.

„Sehr hell, alles neu“

Norbert Krause und seine Lebensgefährtin Heidi Findeisen haben es nicht so eilig. Die beiden kommen aus Neumünster und haben sich zu Fuß auf den Weg zur Holsten-Galerie gemacht. Sie wollen sehen, was das neue Einkaufszentrum zu bieten hat. Der erste Eindruck: „Sehr hell, alles neu, sieht gut aus“, meint Norbert Krause. Er gehörte bislang zu den Kritikern des Projektes. „Ich habe geglaubt, dass die Innenstadt ausbluten wird, wenn alle nur noch in die neue Holsten-Galerie oder in das Designer Outlet Center am Stadtrand gehen“, sagt Krause. „Jetzt glaube ich, dass dieser schicke Neubau die Stadt nach vorne bringt. Das ist doch eine gute Sache.“

Alternative zu Kiel und Hamburg

Seiner Freundin Heidi Findeisen ist das Für und Wider egal. Kaum hat sie die Holsten-Galerie betreten macht sie sich auf Schnäppchensuche. Gezielt steuert sie einen Laden für Jugendmode an. „Mein Sohn ist 15 Jahre alt. Der wird hier ganz sicher etwas finden“, meint sie. „Diesen Laden gab es in Neumünster vorher nicht – ein echter Gewinn“, meint Heike Findeisen. Bislang musste sie sich immer nach Kiel oder Hamburg fahren lassen. „Ich habe kein Auto und jetzt kann ich mit dem Fahrrad shoppen gehen. Toll!“

700 neue Jobs

Norbert Krause zieht es weiter in Richtung Elektronikmarkt. Den gab es zwar schon vorher in Neumünster, doch jetzt sind hier ja gleich alle Läden zusammen an einer Stelle. Sein Urteil: „Das ist doch prima.“ Unterwegs trifft Krause in einem Billig-Bekleidungsmarkt eine Bekannte. Sie hat hier einen neuen Job gefunden. Auch Michaela Siemensen hat einen der neuen 700 Jobs ergattert. Sie arbeitete bislang in der Firma ihres Mannes als Kundenbetreuerin. Jetzt sitzt sie an der Kundeninformation des Einkaufszentrums. Im neuen Job zeigt sie den Besuchern der Holsten-Galerie, wo sie welche Geschäfte finden.

„Neumünster positiv entwickeln“

Ihr Chef ist Center Manager Christian Langsdorff. Ihm sind der Stress vor der Eröffnung und die Erleichterung danach anzusehen. Im Dezember vergangenen Jahres hat er die Leitung der Holsten-Galerie übernommen. Seitdem musste er das Projekt immer wieder auch gegen kritische Stimmen verteidigen. „Ich denke, dass wir Neumünster positiv weiter entwickeln können“, so Langsdorff.

Asiatisch, chinesisch, italienisch

Norbert Krause und Heidi Findeisen nutzen inzwischen den Besuch im Elektronikmarkt, um nach einem neuen Kühlschrank zu schauen. „Wir brauchen zwar noch keinen, aber gut zu wissen, dass wir hier einen finden würden“, meint Hausfrau Findeisen und hat schon ein besonders großes Modell ins Auge gefasst. Inzwischen packt die beiden der Hunger. Fürs Frühstück war zu Hause keine Zeit. „Das wollten wir auch gleich hier machen“, meint Lebensgefährte Krause. Das kulinarische Angebot in der Holsten-Galerie ist umfangreich. Asiatisch, chinesisch, italienisch – für jeden soll etwas dabei sein.

Traum vom eigenen Laden

Ganz neu ist auch der „PommStore“, in dem es Pommes Frites in allen möglichen Variationen gibt. Hier hat sich Zeki Gürkan den Traum vom eigenen Laden erfüllt. Zeit für ein langes Gespräch hat er nicht. Die Holsten-Galerie ist schon eröffnet und er hat seine Fritteusen noch nicht in Betrieb. „Die Geräte sind alle in der vergangenen Woche gekommen. Wir hatten zwei Tage Zeit für die Vorbereitungen“, sagt der 23-jährige Geschäftsgründer und sortiert schnell noch ein paar Kartoffeln bevor das Mittagsgeschäft startet.

Frühstück im Café

Norbert Krause und seine Lebensgefährtin machen sich auf den Weg, um zu Frühstücken. „Nichts zu finden“, sagt Heidi Findeisen. Schließlich ist es der Reporter, der die beiden auf das große Bäckerei-Geschäft mit angeschlossenem Café direkt neben dem Haupteingang hinweist.  Schnell ist die richtige Rolltreppe nach unten gefunden. Für Norbert Krause endet der erste Besuch in der Holsten-Galerie hier. Er muss noch zum Augenarzt und anschließend nach Berlin, seinen Sohn vom Flughafen abholen. Seine Lebensgefährtin Heidi Findeisen will seine Abwesenheit nutzen: „Dann kann ich hier noch in Ruhe alles ansehen und shoppen“, sagt sie.

(Artikel ist leider nicht mehr bei ndr.de online)